
Büroumnutzung
Aus leerstehenden Büros kann neuer Wohnraum werden
Ausgangslage
In Berlin fehlen Wohnungen. Gleichzeitig stehen Büroflächen leer.
Beides zusammenzubringen liegt nahe, ist aber kein Selbstläufer. Ob sich eine Büroetage zu Wohnraum umbauen lässt, hängt an konkreten Fragen: Wie tief ist der Grundriss, wie kommt Tageslicht in die Mitte, wo liegen die Steigleitungen, was sagt das Baurecht am Standort?
Diese Fragen klären wir in der Machbarkeitsprüfung, bevor die eigentliche Entwurfs- und Ausführungsplanung beginnt.

Vorteile
Vorhandene Strukturen. Neue Möglichkeiten.
Die Umnutzung von Büroflächen bringt mehrere Vorteile mit sich: Sie spart Ressourcen, reduziert den ökologischen Fußabdruck und kann schneller neuen Wohnraum schaffen als Abriss und Neubau.
Leerstehende Bürogebäude lassen bei der Gestaltung von Wohnungen viel Spielraum. Je nach Gebäude kann die Weiternutzung vorhandener Strukturen wirtschaftlicher sein als ein Neubau.

Vorhandene Struktur nutzen
Tragwerk, Erschließung und Anschlüsse sind bereits da. Was bleiben kann, muss nicht neu gebaut werden.
Flexibel im Grundriss
Viele Bürogeschosse bieten durch ihre Tragstruktur vergleichsweise große Freiheiten bei der Neuaufteilung.
Ohne neue Versiegelung
Umnutzung schafft Wohnraum ohne zusätzliches Bauland und senkt den Ressourcenverbrauch gegenüber Abriss und Neubau.
Vorgehen
Erst prüfen, dann bauen
Am Anfang steht keine Planung, sondern eine Prüfung. Wir sehen uns das Gebäude an und klären, ob eine Wohnnutzung überhaupt darstellbar ist. Erst wenn diese Frage beantwortet ist, beginnt die eigentliche Planung.
- Bestandsaufnahme: Tragwerk, Grundrisstiefe, Belichtung, Erschließung
- Baurechtliche Prüfung koordinieren, Nutzungsänderung klären
- Wohnungsgrundrisse entwickeln, Steigleitungen und Bäder verorten
- Schallschutz und Energieeffizienz nachweisen
- Genehmigungsverfahren begleiten
- Umbau als Generalunternehmer ausführen und übergeben

Herausforderungen
Wo es anspruchsvoll wird
Bürogebäude sind für andere Anforderungen gebaut als Wohnungen. Die Unterschiede liegen selten im Sichtbaren, sondern in Technik und Regelwerk.
Schallschutz zwischen Wohnungen ist deutlich strenger als zwischen Büros. Das betrifft Wände, Decken und die Führung der Haustechnik.
Belichtung wird bei tiefen Grundrissen zur zentralen Frage. Manchmal lässt sie sich über Grundrisszuschnitt lösen, manchmal braucht es Eingriffe in die Fassade.
Sanitär heißt in Bürogebäuden zentrale Kerne. Wohnungen brauchen Anschlüsse in der Fläche, was neue Leitungsführungen bedeutet.
Baurecht entscheidet über Nutzungsänderung, Stellplätze, Abstandsflächen und Brandschutz. Die Anforderungen und die Genehmigungsfähigkeit müssen für jedes Gebäude und jeden Standort individuell geprüft werden.
